06. Tag: Yogyakarta
Heute hieß es um 6 Uhr 30 aufstehen. Der Blick aus dem Fenster war ernüchtend: Regen. Wo wir doch geplant hatten, in die Nähe des Vulkans Merapi zu fahren.
Der Merapi (indonesisch für ‚Feuerberg‘) ist ein Vulkan ca. 30 Km Luftlinie vom Zentrum Yogyakartas entfernet. Er ist einer der aktivsten Vulkane des Landes und gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt.

Aber zuerst genossen wir das Frühstück und bekamen, wie hier den ganzen Tag üblich, unter anderem auch warmes Essen: Reis, Nudeln, Fleisch, scharfe Soßen, süße Stückchen, Obst, Kaffee, Tee und verschiedene Säfte. Verteilt auf verschiedene Stationen wurde alles frisch zubereitet. Manchmal sah es aus wie in einer Hexenküche. Schwer zu erkennen, was zubereitet wurde, aber meist sehr lecker. Es ist unglaublich wie süß man Jasmintee machen kann. Hat man sich an diese Gegebenheiten gewöhnt, erkennt man schnell die riesige Auswahl und hat dann eher die Qual der Wahl.
Danach ging es mit dem Bus im Regen los zur Basisstation der „Mirapi Lava Tour“. Der Vulkan Mirapi ist einer der knapp 130 aktiven Vulkane Indonesiens. Der letzte große Ausbruch datiert aus dem Jahre 2010 und forderte mehrere hundert Tote. Bereits Kilometer vor unserem Ziel werden die Strassen enger und steiler. Immer mehr vollbeladene Lastwagen kommen uns entgegen.
Die indonesische Fahrweise ist für uns haarsträubend. Rechts und links wird überholt, Mopeds überall, häufiges, kurzes Hupen als Zeichen „hier bin ich“. Immer zuvorkommend und rücksichtsvoll, nie böses Hupen. Ampeln gibt es hier sogut wie keine. Zu Fuß über 2-, 3- oder 4-spurige Stassen – eine Herausforderung. Aber jeder Polizist oder Einweiser stoppt den Verkehr und lässt uns rüber, fast so als denken sie, wir würden das ja nie alleine schaffen.
Und so ging unsere Fahrt mit dem Bus immer näher Richtung Basiscamp und wir waren gespannt, was uns wohl erwarten wird. Im Camp angekommen erwarteten uns 7 offene Jeeps.

Und wie bestellt hatte es zu Regnen aufgehört. Nach kurzer Einweisung ging es dann auch los. Schon nach kurzer Zeit kamen wir ins Vulkangebiet, die Geschwindigkeit reduzierte sich auf Schrittgeschwindigkeit und es wurde eine unruhig Fahrt. Mehr und mehr bekamen wir Reste des letzten Ausbruchs zu sehen. Von einem kleinen Gehöft war nur noch eine Ruine übrig. In einem kleinen Museum wurden unter Asche und Lava wiedergefundene Gegenstände präsentiert.
Einer unserer Fahrer berichtete, dass sein Dorf zerstört wurde und nur drei Personen aus seiner Familie und Verwandtschaft den Vulkanausbruch überlebt hätten.
Anschließend ging es zügig weiter und den Fahrern machte es immer Spaß durch das Gelände zu heizen und unsere Jugend damit zu beeindrucken. Aber auch dem Rest hat es sichtlich Spaß gemacht. Teilweise sprachen die Guides und Fahrer etwas Englisch. Unser Fahrer war ein echtes Vergnügen, er war sehr witzig und unterhielt uns.
Wir machten Halt und schauten uns einen Bunker an, in dem, bei einem kleineren Vulkanausbruch 2006, drei Personen Hilfe suchten, von der Lava eingeschlossen wurden und schließlich verbrannten. Im nahegelegenen Canyon beobachteten wir von oben, wie Sand und Lavagestein in mühevoller Handarbeit abgebaut und zum Straßen- und Hausbau verwendet werden.
Auf der Rückfahrt gewannen wir eien Eindruck über die Wiederaufbauhilfe der indonesischen Regierung, der Weltbank und auch unserer Gemeinde und eines der Umsiedelung-Projekte für Opfer des Vulkanausbruchs 2010 besichtigen. Einer unsere Fahrer zeigte uns stolz sein eigens neues Haus, welches nun in einem nicht durch Lava bedrohten Gebiet liegt.
Das Mittagessen nahmen wir in einem kleinen Restaurant ein.
Nach dem Mittagessen besuchten wir ein Museum in welchem uns die Traditionen und das Herrscherhaus des Sultans erläutert wurde. In diesen privaten Museum war das Fotografieren leider verboten.
Danach fuhren wir in die Malioboro-Straße zum Einkaufen und Abendessen.
Das Abendessen war dieses Mal in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Zum einen suchten wir ein kleines Restaurant am Anfang der Straße in der Nähe des Flughafens auf und zum anderen waren die Gerichte auf der Speisekarten ungewöhnlicher als sonst, z. B. gab es leckere Taube.